Fotograf Reiner Luck berichtet von Aufnahmen für Portraitfotos von von Bewohnerinnen und Bewohnern der AWO-Residenz Sehnde:

 


 

Ich hatte im Jahr 2016 von Bewohnerinnen und Bewohner der AWO-Residenz Portraitfotos aufgenommen, welche die vorhandenen Fotos von unbekannten Personen im Treppenhaus ersetzt hatten. Damals wurden alle Fotos im Schwarz/Weiß-Format ausgedruckt, um sich an die alten Fotos anzupassen. Jetzt, fast 10 Jahre später sollte es ein Weihnachtsgeschenk geben; diesmal mit Portraitfotos in Farbe in einem Rahmen zum Aufstellen oder zum Anhängen.

Und so habe ich den Flipchart der AWO-Residenz wieder mit einem schwarzen Tuch zugehängt und bin mit meiner Kamera und einer Stableuchte im Oktober 2025 durch die Stationen gerollt. Eine Mitarbeiterin vom Begleitenden Dienst hatte zuvor jeweils eine Liste mit den Personen zusammengestellt, die ihre Zustimmung für das Fotografieren abgegeben hatten. Seitens der Technik hatte sich nichts geändert aber im Gegensatz zu der vorherigen Aufnahmeprozedur vor 10 Jahren waren die Datenschutzbedingungen erweitert worden. Und so mussten die Personen, die ich fotografieren wollte, vorher auch ihre schriftliche Zustimmung geben; im Bedarfsfall auch die Personen mit einer entsprechenden Vollmacht. Wie sagt man so schön: „Es lebe die Bürokratie“.

Portraitfoto Kerstin Wulf

Eine Mitarbeiterin der Station hat mich dann wieder jeweils bei den Aufnahmen begleitet und in dem ein- oder anderen Fall den Personen auch noch Mut für die anstehenden Aufnahmen zugesprochen. Manche Bewohnerinnen und Bewohner kannte ich noch von der vorhergehenden Fotoaktion wieder und die hatten mich dann auch wieder erkannt. Schnell wurden die Haare noch einmal gekämmt und dann begann die „Arbeit“; für das Fotomodell und für den Fotografen. Wichtig war auch der Kontakt vor den Aufnahmen; ein kleines Gespräch, um Vertrauen aufzubauen. Schließlich will ich ja keine Gesichter ablichten, die mürrisch oder total verwundert in die Kamera schauen. Ich arbeite auch nicht gerne mit Blitzlicht; man sieht dann oft aufgerissene und geblendete Augen. Stattdessen nehme ich eine Stablampe als Dauerlicht um das vorhandene Licht aufzubessern. Und so habe ich dann im Oktober an mehreren Tagen 74 Personen fotografiert. Abends habe ich dann die Bilder am PC aufgerufen und jeweils 6 Bilder pro Person ausgesucht. Hier und da einen neuen Ausschnitt zugeschnitten, die Belichtung angepasst und kleine hässliche Hautflecken mit Photoshop „weg radiert“.

So weit wie mir das berichtet worden ist, haben sich die „Fotomodelle“ über das kleine Geschenk zu Weihnachten gefreut. Mein Rücken hat sich auch über die sportlichen Aktivitäten gefreut; ich bin noch nie so viel in die Hocke gegangen wie im Oktober für die Aufnahmen.

Gefreut habe ich mich über einen Gutschein von der AWO-Residenz für ein schönes Essen mit meiner Frau. Da hatte ich die Zeit am PC und die Anstrengung schon wieder vergessen.